Wer kennt nicht die Fernsehreportagen und Action-Filme, in denen Notärzte, Sanitäter oder
Rot-Kreuz-Helfer aus Rettungswagen oder Hubschrauber springen, um nach einem Unfall den
Verletzten zu helfen.
Solche Medienberichte über spektakuläre Einsätze vermitteln das zutreffende Bild eines
hervorragend organisierten Rettungsdienstes. Dabei bleiben aber meistens die Voraussetzungen
und Grenzen jedes - auch des besten - Rettungsdienstes ausgeblendet: Während die Kamera
die kurz nach dem Notfall am "Tatort" eintreffenden Notärzte und Sanitäter ins Bild bringt,
ist von Laien, die Erste Hilfe geleistet haben, meist nichts zu sehen. Und das liegt
keineswegs immer - wenn auch allzu oft - daran, dass niemand Erste Hilfe geleistet hat.
Jedenfalls wird so die Vorstellung gefördert, Erste Hilfe sei nicht so wichtig und schade
insgesamt vielleicht sogar eher als sie nutze.
Das Gegenteil ist der Fall!
Erste Hilfe ist in vielen Fällen eine unverzichtbare Voraussetzung für einen
"erfolgreichen" Einsatz des Rettungsdienstes, in den meisten anderen Fällen erhöht sie
dessen Wirksamkeit erheblich. Anderes gesagt: unser Rettungswesen kann nur wirksam
funktionieren, wenn Laien Erste Hilfe leisten. Ohne Erste Hilfe "bricht die
Rettungskette".
Dies liegt vor allem daran, dass auch ein perfekter Rettungsdienst mindestens fünf
Minuten braucht, um - nach der Alarmierung - am Notfall-Ort einzutreffen. Diese
ersten Minuten nach dem Notfall aber bestimmen oft entscheidend die Chancen des
"Opfers", was Umfang und Dauer seiner Heilung angeht und manchmal auch sein
Überleben. Ja, man kann sagen: An der Notfallstelle werden die Weichen für den
Verlauf und die Erfolgschancen aller späteren Maßnahmen nicht vom qualifizierten
Rettungsteam, sondern von Laien gestellt.
Und so "hilft" Erste Hilfe. Genauer: So kann sie wirken, wenn sie rechtzeitig
und sachgemäß geleistet wird:
Die verbreitete Meinung, Erste Hilfe durch Laien schade insgesamt mehr als sie nütze,
ist bei näherem Hinsehen nicht haltbar:
Zwar scheint zunächst einiges für diese Ansicht zu sprechen: Professionelle
"Retter" (Notärzte, Angehörige oder Rettungsdienste) behaupten gelegentlich, dass
Laien-Hilfe oft unsachgemäß sei.
Ob dieses Urteil wirklich zutrifft oder durch "unsachgemäß" hohe Ansprüche an die
Laienhilfe bestimmt wird, ist umstritten, kann hier aber dahingestellt bleiben;
denn: Auch die Kritiker behaupten nicht, dass die Ersthelfer in den fraglichen Fällen
von Verletzten mehr geschadet als genützt hätten; Erste Hilfe also besser
unterblieben wäre.
Die gelegentliche Kritik bedeutet - richtig verstanden: Ersthelfer hätten bei
sachgemäßer Hilfe dem Verletzten noch besser nützen können. Es lässt sich hieraus
also keineswegs ein "Grund" herleiten, keine Erste Hilfe zu leisten, sondern der
Appell an jeden von uns: Durch Ausbildung und Übung in Erster Hilfe seine Fähigkeiten
zu sachgemäßer Hilfe zu verbessern!
Eine Seite vom DRK Rengsdorf